wahrheit oder pflicht? ein web-tagebuch live aus bagdad

Im Zeitalter weltweiter Vernetzung gibt es glücklicherweise auch jenseits der durch den Zensurhechsler gedrehten täglichen Kriegsberichterstattung etwas zu lesen:
http://dear_raed.blogspot.com

Auch wenn nicht nachweisbar ist, ob es sich dabei um Wahrheit oder Lüge handelt, es hebt sich allemal inhaltlich von jenen propagandistischen Neuigkeiten ab, die uns jeden Tag alles Mögliche glauben machen sollen. Zumindest fühlt sich der Autor der Seite verpflichtet, ein diffizileres Bild dessen abzugeben, was uns im Augenblick jeden Tag wie Mastfutter auf den Teller geklatscht wird. Obschon die Macher von tagesschau.de sichtbar lauter werden ob der Hinweise der fragwürdigen Berichterstattung: “Die Redaktion weist darauf hin, dass Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden überwiegend vom britischen oder US-Militär sowie vom irakischen Informationsministerium stammen und nicht überprüft werden können” steht mittlerweile unter jedem der veröffentlichten Artikel im Netz. Segen oder Fluch? Journalisten erinnern heute mehr denn je an eine typische Kindergartenhorde, die sich aufteilt in Spielführer, -anhänger und -verderber. Letztere mit einem Sandförmchen in der Hand jenseits des Orts des Geschehens, fest mit dem Fuß auf den Boden stampfend, “Manno, ich will auch!” knirschend…

Wie dem auch sei, man kann sich nur wünschen, dass Neugier und Wissensdurst immer einhergehen mit differenzierter Kopf- und Bauchbewegung sonst wundert es irgendwann nicht mehr, weshalb jeder auf dieser Welt meint zu wissen wie der andere fühlt und denkt, obwohl sich seine Realität nur zu Hause vor dem Bildschirm abspielt.

War George W. Bush jemals im Irak und hat sich persönlich ein Bild der Dinge gemacht, vor denen er sich fürchtet? Sicher nicht, sonst gäbe es mittlerweile vielleicht Dattelburger in den USA und Coca Cola in den Kaffeehäusern im Irak …

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tagesschau.de

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